Wird Eiweiss abgebaut?

Ja, beim Fasten wird Eiweiß abgebaut.

Am ersten Fastentag werden die Glukose-Reserven der Leber aufgebraucht. Dann beginnt der Körper sich auf eine andere Energiegewinnung umzustellen.

Hauptrohstoff wird nun das Fett. Doch zur Glukosegewinnung wird Eiweiß noch herangezogen. Anfänglich werden noch ca. 75g/Tag benötigt, bei mehrwöchigem Fasten sinkt der Abbau auf ca. 15g/Tag, weil sich immer mehr Energieverbraucher auf Verstoffwechselung von Ketonkörpern (aus Fettabbau) einstellen.

Bleibt die Frage: Ist dieser Eiweißabbau schädlich?

Und da gehen die Meinungen auseinander.

 

Fastenbefürworter meinen:

1. Es gibt Eiweiß-Ablagerungen im Gewebe (oft Schlacken genannt), die ohnehin schädlich sind und die beim Fasten als erstes abgebaut werden (-> Paracelsus wies schon auf den inneren Arzt hin).

2. Bei übergewichtigen Menschen ist der Anteil der fettfreien Masse ca. 25% des Übergewichts. Daher ist ein Abbau dieses Eiweißes physiologisch sinnvoll.

3. Das nur nicht benötigte Substanz abgebaut wird, weswegen Bewegung während des Fastens auch so wichtig ist.

4. Das nach dem Fasten eine intensive Neuproduktion von Protein stattfindet und so die Verluste schnell wieder ausgeglichen werden.

5. Das die (jahrtausende alte) Erfahrung zeigt, dass das Fasten sowohl dem Körper als auch dem Geist des Menschen gut tut. In Ihrer Studie "Physiologie des Fastens" von Frau Dr. F. Wilhelmi di Toledo (veröffentlicht: Naturheilverfahren, Springer Verlag) geht Frau di Toledo davon aus, das der Proteinabbau sogar einen positiven therapeutischen Effekt hat.

Das würde auch bedeuten, das Fastenformen mit Eiweißzugaben kontraproduktiv sein könnten.

Fastengegner meinen:

1. Der Herzmuskel wird zu stark vom Eiweißabbau betroffen Eine der Gründe ist ein Ereignis, dass vor einigen Jahrzehnten in den USA passierte: Da haben mehrere stark Übergewichtige (bettlegerig) in Amerika an einem Fasten teilgenommen, ohne Bewegung, über eine Zeit von 6 Wochen. Und dabei sind mehrere Teilnehmer dann gestorben. Aber sowohl die Länge dieses Fastens als auch die mangelnde Bewegung werden bei aktuellen Fastenformen nicht mehr praktiziert. Darüberhinaus haben die Fastenteilnehmer damals Präparate eingenommen, die das natürliche Hungergefühl nach einer Fastenperiode verhindert haben.

2. Es gibt gar keine Eiweißablagerungen im Gewebe (Schlacken).

 

Heilfasten ist ein anerkanntes Naturheilverfahren, das weitreichende positive Effekte erreichen kann.

 

Fasten für Gesunde

Kurzes Fasten, also nicht länger als 10 Tage, kann von gesunden Menschen ohne Bedenken durchgeführt werden.

 

Heilfasten

Aber wenn Sie länger als 10 Tage fasten möchten, dann empfehle ich, das unter der Aufsicht eines Arztes oder in einer spezialisierten Klinik zu machen.

 

Eigentliches Herausforderung

Meist ist das Fastenbrechen, also der richtige Wiedereinstieg ins Essen, die größere Herausforderung mit dem höchsten Risiko etwas falsch zu machen.

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